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SAP LBN: Die Optionen Global Track & Trace und Material Traceability im Detail betrachtet

Mit Supply-Chain-Netzwerken Transparenz in der Lieferkette schaffen

SAP LBN: Global Track & Trace und Material Traceability
06.07.2021
Digitale Transformation
Logistik
SAP
Supply Chain Management

Durch steigende Anforderungen von Kunden auf der einen und stetigen Veränderungen im Markt auf der anderen Seite steht die Supply Chain vor globalen Herausforderungen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die zunehmende Relevanz von nachhaltigen Produktionsbedingungen – sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene – und deren Rückverfolgbarkeit.


Darüber hinaus sind viele Unternehmen noch nicht in der Lage, genau nachvollziehen zu können, wo sich ihre Ware aktuell befindet und wann sie zugestellt wird. Oft kommen dabei viele unterschiedliche Systeme zum Einsatz, die einen hohen Integrationsaufwand erfordern, um die gewünschte Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu erzielen. Nicht selten findet die Kommunikation sogar noch über E-Mail oder gar offline statt.


Und nicht zuletzt zeigen die jüngsten Ereignisse, wie die Havarie des Frachters „Ever Given“ im Suezkanal im März dieses Jahres oder der coronabedingte Containterstau in Chinas viertgrößtem Containterhafen Shenzhen-Yantian in diesen Tagen, die Komplexität an Herausforderungen, die die Supply Chain heute bewältigen muss.


Umso wichtiger ist die Nutzung eines Supply-Chain-Netzwerks wie dem SAP Logistics Business Network (SAP LBN), das mit den Optionen Global Track & Trace und Material Traceability für eine hohe Transparenz mit Echtzeitdaten garantieren möchte. 


Laut einer Studie von McKinsey haben Supply-Chain-Netzwerke ein hohes Marktwachstum, welches bis zum Jahr 2025 auf 60 Billionen US-Dollar wachsen wird. Das wäre ein Anstieg um etwa 30 Prozent des Anteils an der Gesamtwirtschaft zum heutigen Anteil, der in etwa ein bis zwei Prozent beträgt. Diesen Trend bestätigt auch Gartner mit seiner Forschungsergebnissen über Visibility-Lösungen in der Supply Chain, dessen Kernaussage es ist, dass mehr als 75 Prozent der 50 weltweit führenden Unternehmen bis zum Jahr 2024 Supply-Chain-Business-Netzwerke implementiert haben, um die Transparenz der Supply Chain durchgängig zu verbessern.

Global Track & Trace im SAP LBN

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Die Option Global Track & Trace versetzt Unternehmen in die Lage, in Echtzeit Einblicke in die gesamte Lieferkette von Materialien und Produkten zu erhalten und die Sendungen nachverfolgen zu können. So können Kosten optimiert und Risiken durch frühzeitige Problemerkennung in der Lieferkette reduziert werden.

Der Zugriff auf die cloudbasierten Tracking-Informationen ermöglicht eine Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg sowie eine Vergleichsmöglichkeit der geplanten und tatsächlichen Meilensteine in den Geschäftsprozessen. Hierfür nutzt das SAP LBN sogenannte Visibility-Partner, wie Project44 oder Shippeo, die es dem Kunden ermöglichen, den aktuellen Stand ihrer Aufträge darzustellen und abzubilden, wo sich die Lieferung aktuell befindet.

Bei dem Global Track & Trace handelt es sich insgesamt um eine mächtige Tracking-Engine, die sich vom Tracking der Freight Collaboration insofern unterscheidet, dass sie individuell angepasst werden kann. Das Global Track & Trace ermöglicht eigene oder externe Prozesse mit Meilensteinen zu definieren und diese nachverfolgbar zu machen.

Des Weiteren stellt die SAP sogenannte Templates zum Download zur Verfügung, die verschiedene Modellierungen und Codings bereitstellen, wie das Purchase oder Salesorder-Tracking. Diese sorgen bei der Integration des Global Track & Trace für einen erleichterten Start. Die Templates sind dabei flexibel gestaltet und bieten die Möglichkeit, sie an individuellen Vorgaben anzupassen.

Wer ist „Track“ und was hat eigentlich dieser „Trace“ mit ihm zu tun?

Grundsätzlich meint Track & Trace die Sendungsverfolgung von Lieferungen. Nimmt man den ersten Teil, „Track“, jedoch genauer unter die Lupe, zeigt sich, dass noch mehr dahinter steckt. Denn „Track“ definiert nicht nur, wo sich eine aktuelle Lieferung befindet, sondern informiert auch darüber, wer sie derzeit im Besitz hat und wie ihr Zustand ist. „Track“ gibt sozusagen immer ein gegenwärtiges Status-Update. Der zweite Teil, „Trace“, dagegen zeigt den Weg der Lieferung im Rückblick.

Neben der Rückverfolgbarkeit von Lieferungen und Produkten können durch Track & Trace auch Prozessdokumente, Aufträge und  Rechnungen getrackt werden. Das macht die beiden zu einem unschlagbaren Team, wenn es darum geht, basierend auf Echtzeitdaten für eine optimale Transparenz und ein reduziertes Risiko entlang der Lieferkette zu sorgen.

Material Traceability im SAP LBN

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Die Option Material Traceability des SAP Logistic Business Network dient der Stammbaumrückverfolgung von in Produktionsprozessen eingesetztem Material, welches auch als Charge bekannt ist. Dies funktioniert durch ein Data-Sharing innerhalb des Lieferantennetzwerks. Dieses setzt sich aus den Lieferanten zusammen, die einzelne Produktionsschritte des Endprodukts übernommen haben. Qualitätsprobleme können auf diese Weise schnell nachverfolgt und im Falle eines Rückrufs können Lieferanten so zügig informiert werden.

Des Weiteren bildet die Option Material Traceability die Möglichkeit, nachzuvollziehen, woher die genutzten Rohstoffe oder Vorprodukte kommen und wie sie gewonnen wurden, was eine hohe Transparenz der Supply Chain gewährleistet. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Fair Trade ist die Option Material Traceability deshalb interessant.

Schauen wir uns als vereinfachtes Beispiel die Lieferkette von Kaffee an: Zunächst gibt es hier den Lieferanten von Rohmaterialien, der die Kaffeebohnen produziert. Anschließend verkauft er diese an eine Firma weiter, die Kaffeebohnen röstet. Im weiteren Verlauf langen die Bohnen dann an ein Unternehmen, das die gerösteten Kaffeebohnen verpackt und verkauft. Somit besteht die Lieferkette bzw. das Lieferantennetzwerk aus drei Lieferanten.

Durch die Option Material Traceability kann die Lieferkette bis zu ihrem Anfang zurückverfolgt werden, sodass das Unternehmen, das den Kaffee schließlich verkauft, nachvollziehen kann, woher die gerösteten Kaffeebohnen kommen und wer sie produziert hat. Dies ermöglicht nicht nur eine hohe Transparenz, sondern versetzt das Unternehmen über das Teilen von Daten über die Blockchain-Technologie auch in die Lage, verlässliche Aussagen zum Produkt und dessen Herstellung machen zu können.

Fazit

In der Logistik der Zukunft spielen Supply-Chain-Netzwerke eine zentrale Rolle.
Es wird immer wichtiger, die aktuellen Prozesse und Daten der eigenen Supply Chain transparent im Zugriff zu haben.
Hierbei kann das SAP LBN als moderne cloudbasierte Plattform mit seinen Optionen Global & Trace und Material Traceability die Abläufe im Unternehmen durch Echtzeiteinblicke und Rückverfolgbarkeit zunehmend optimieren.

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Gerne erläutern wir Ihnen das SAP Logistics Business Network in der Praxis und zeigen Ihnen das System anhand einer Demo.

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Verfasst von

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Jonas Hauner
Experte für SAP LBN