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Microsoft 365 Archive im Praxischeck

Wann Archivierung wirklich Kosten senkt

Microsoft 365 Archive: Nutzen, Grenzen & Einsparpotenzial
27.01.2026
Microsoft 365
Digital Workplace

Microsoft 365 Archive ermöglicht die Archivierung kompletter SharePoint Sites – seit Juli 2026 auch einzelner Dateien – und verspricht geringere Speicherkosten. Doch wie hoch ist das reale Einsparpotenzial – und unter welchen Voraussetzungen funktioniert die Lösung in der Praxis? In diesem Praxischeck analysieren wir die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Microsoft 365 Archive und zeigen, warum die Wahl des passenden Archivierungsansatzes entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg ist. 

Microsoft 365 Archive: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Microsoft 365 Archive archiviert komplette SharePoint Sites und seit Juli 2026 auch einzelne Dateien. 

  • Archivierte Sites werden in einem kostengünstigen Archivstatus gespeichert und verursachen 75 % geringere Speicherkosten als aktive Sites. 

  • Archivierung und Reaktivierung erfolgen grundsätzlich durch die IT-Administration, auf Dateiebene können auch Anwender mit den nötigen Berechtigungen archivieren und reaktivieren. 

  • Das Einsparpotenzial hängt maßgeblich von der Informationsarchitektur und klar definierten Site-Lebenszyklen ab. 

  • In historisch gewachsenen oder unstrukturierten Umgebungen ist der wirtschaftliche Nutzen häufig begrenzt. 

Voraussetzungen für Kosteneinsparungen mit Microsoft 365 Archive

Viele Organisationen stehen vor stetig wachsenden Datenmengen in SharePoint Online. Als zentrale Plattform für Zusammenarbeit und Dokumentenmanagement wächst der Speicherbedarf oft schneller als die zugrunde liegenden Governance-Strukturen. Klare Regeln für Nutzung, Struktur und Lebenszyklen fehlen nicht selten. 

 

Microsoft 365 Archive kann in solchen Szenarien einen Beitrag zur Kostenreduktion leisten – allerdings nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Inaktive oder abgeschlossene Sites müssen eindeutig identifizierbar sein. Nutzungsszenarien sollten klar voneinander getrennt und Lebenszyklen verbindlich definiert werden.

 

Erst wenn diese Rahmenbedingungen gegeben sind, entsteht durch die Auslagerung von Sites aus dem aktiven Speicher ein messbarer wirtschaftlicher Effekt. 

Wie Microsoft 365 Archive Speicherkosten senkt

SharePoint Online stellt pro Mandant (Tenant) ein Grundkontingent an Speicher zur Verfügung. Wird dieses überschritten, entstehen zusätzliche Kosten für weiteres Speicherkontingent. Als grober Richtwert gelten 10 GB SharePoint-Speicher pro Benutzerlizenz.  

 

Microsoft 365 Archive setzt genau an diesem Punkt an: Selten genutzte oder inaktive SharePoint Sites werden aus dem aktiven Speicher entfernt und in einen Archivstatus überführt. Der belegte produktive Speicher reduziert sich entsprechend.

 

Archivierte Sites und Dateien werden zu deutlich günstigeren Archivspeicher-Konditionen abgerechnet als aktive SharePoint Sites. Kosten entstehen dabei erst, wenn aktiver und archivierter Speicher zusammen das lizenzierte Kontingent des Mandanten überschreiten. Als grobe Orientierung liegt der Archivspeicher bei etwa einem Viertel der Kosten für zusätzlichen Standardspeicher. Die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert (Pay-as-you-go); maßgeblich ist stets die aktuell gültige, offizielle Microsoft-Preisübersicht für Microsoft 365 Archive. Dadurch lassen sich laufende Kosten senken, ohne Inhalte löschen oder dauerhaft entfernen zu müssen.

Technisches Funktionsprinzip von Microsoft 365 Archive

Das technische Prinzip von Microsoft 365 Archive lässt sich schnell erklären: Vollständige SharePoint-Sites und einzelne Dateien werden aus dem aktiven Betrieb in den Archivstatus verschoben. Dokumente, Metadaten, Versionen und Berechtigungen bleiben dabei vollständig und unverändert erhalten. 

 

Archivierte Inhalte verbleiben innerhalb der Microsoft-365-Umgebung, sind für Endnutzer aber erst nach einer Reaktivierung wieder zugänglich. Auf Site-Ebene werden sie zugleich aus der aktiven SharePoint-Suche und dem Copilot-Index entfernt. Compliance-seitig bleiben die Inhalte jedoch vollständig erhalten und über eDiscovery – die rechtliche Beweissicherung in Microsoft 365 – sowie über Aufbewahrungs- und Vertraulichkeitslabels weiterhin auffindbar und geschützt. 

Neu seit Juli 2026: Archivierung auf Dateiebene

Bis Mitte 2026 ließen sich ausschließlich komplette SharePoint-Sites archivieren. Seit Juli 2026 unterstützt Microsoft 365 Archive zusätzlich die Archivierung einzelner Dateien. Bei Mandanten mit aktiviertem Microsoft 365 Archive ist diese Funktion standardmäßig aktiv; die IT-Administration kann sie per PowerShell pro Site einschränken oder deaktivieren.  

 

Anders als auf Site-Ebene entsteht auf Dateiebene erstmals ein Self-Service-Anteil: Anwender mit Bearbeitungsrechten archivieren einzelne Dateien über eine neue „Archive"-Aktion direkt in SharePoint, Nutzer mit Leserechten reaktivieren sie. Archivierte Dateien bleiben – mit einem Archivsymbol gekennzeichnet – in der Bibliothek sichtbar, müssen vor dem Öffnen aber reaktiviert werden. Wirtschaftlich wirkt die Archivierung hier auf Ebene des Mandanten, da archivierte Dateien weiterhin zum Speicherverbrauch ihrer Site zählen.  

 

Nicht jeder Inhalt lässt sich auf Dateiebene einzeln archivieren. Ausgenommen sind unter anderem OneNote-Dateien, SharePoint-Seiten, SharePoint-Agents und Dateien in der Site-Assets-Bibliothek. Ganze Ordner lassen sich rekursiv inklusive Unterordner archivieren, erhalten selbst aber keinen Archivstatus. Die Archivierung auf Dateiebene ergänzt damit die site-basierte Archivierung, ersetzt jedoch keine vollständige dokumentenbasierte Archivierungsstrategie. 

Administrative Steuerung und Verantwortlichkeiten

Die Entscheidung über Archivierung und Reaktivierung auf Site-Ebene liegt vollständig bei der IT- bzw. SharePoint-Administration. Administratoren analysieren die Nutzung von SharePoint-Sites und identifizieren geeignete Kandidaten, etwa nach Projektabschluss oder bei längerer Inaktivität. Die Archivierung erfolgt manuell über das Microsoft 365 Admin Center oder über entsprechende PowerShell-Kommandos. Dabei können Administratoren gezielt Sites für die Archivierung auswählen und den Prozess starten. Ergänzend lassen sich Regeln definieren, um den Prozess teil- oder vollautomatisiert umzusetzen und konsistent zu steuern.  

 

Auf Dateiebene verschiebt sich ein Teil der Verantwortung zu den Fachanwendern: Nutzer mit den nötigen Berechtigungen archivieren und reaktivieren einzelne Dateien selbst. Die Steuerung des Funktionsumfangs – etwa das Einschränken oder Deaktivieren pro Site – verbleibt jedoch bei der IT-Administration.

Wiederherstellung archivierter SharePoint Sites

Wird eine archivierte SharePoint Site erneut benötigt – beispielsweise für Folgeprojekte, Audits oder rechtliche Prüfungen –, kann sie jederzeit reaktiviert werden. Die Wiederherstellung erfolgt ebenfalls über das Admin Center oder automatisierte Workflows. Einzelne archivierte Dateien lassen sich zudem von Nutzern mit Leserechten direkt in SharePoint reaktivieren. 

 

Nach der Reaktivierung steht die Site mit sämtlichen Inhalten und Berechtigungen wieder im aktiven Speicher zur Verfügung, als wäre sie nie archiviert gewesen. Die Reaktivierung von Dateien kann bis zu 24 Stunden dauern, Dateien aus den letzten sieben Tagen sind sofort verfügbar. Für die Reaktivierung selbst fallen keine Gebühren an. Wird ein Inhalt reaktiviert, lässt er sich anschließend erst nach einer Sperrfrist erneut archivieren: 30 Tage bei Dateien und vier Monate bei kompletten Sites.

Self-Service und Automatisierung bei Microsoft 365 Archive

Auf Site-Ebene bleiben Archivierung und Wiederherstellung bei Microsoft 365 Archive-Administratoren vorbehalten. Unternehmen müssen daher entscheiden, wie sie diese Prozesse zumindest teilweise automatisieren oder indirekt für Fachbereiche nutzbar machen lassen. 

 

Organisatorische oder technische Ansätze helfen, Archivierungsprozesse effizienter und skalierbarer zu gestalten, beispielsweise durch: 

  • Anbindung an den IT-Helpdesk oder ein Ticketsystem, über das Archivierungs- und Reaktivierungsanforderungen gestellt werden 

  • Bereitstellung standardisierter Antragsformulare, etwa über Microsoft Forms  

  • Teil- oder vollautomatisierte Workflows, beispielsweise mit Power Automate, zur Initiierung administrativer Archivierungsprozesse  

Ergänzend kann der Expiration-Prozess von Microsoft-365-Gruppen in Entra ID, dem Identitäts- und Zugriffsdienst von Microsoft, genutzt werden, um Gruppen- und Site-Lebenszyklen zeitbasiert zu steuern und potenzielle Archivierungskandidaten systematisch zu identifizieren. 

 

Einordnung: 
Diese Ansätze verbessern die Prozesssteuerung, ersetzen jedoch keine echte Self-Service-Archivierung auf Inhaltebene. Die Verantwortung für die site-basierte Archivierung und Wiederherstellung verbleibt weiterhin bei der IT-Administration. 

Wann sich Microsoft 365 Archive in der Praxis wirklich rechnet

Die wirtschaftlichen Vorteile der Archivierungslösung sind anhand der Kostenstruktur kalkulierbar und lassen sich relativ einfach in eine Return-on-Investment-(ROI-)Berechnung überführen. Die größte Herausforderung dieser Lösung liegt jedoch innerhalb der SharePoint- bzw. Microsoft-Teams-Informationsarchitektur des Unternehmens.  

 

Sind SharePoint Sites oder Teams strukturiert, Anwendungsfällen wie etwa Projekten zugeordnet und verfügen über einen durchdachten Lebenszyklus, eignen sie sich ideal für die Archivierung mit Microsoft 365 Archive.

Visualisierung Archivierung: Mann stapelt Papiere
In der Praxis sind diese Voraussetzungen jedoch häufig nicht durchgängig erfüllt.

Viele SharePoint Sites und Teams wurden historisch migriert, werden als Gruppen- oder Sammelablagen genutzt oder enthalten in regelmäßigen Abständen neue bzw. aktualisierte Inhalte. Unter diesen Rahmenbedingungen ist die Archivierung kompletter Site Collections organisatorisch schwierig; die Archivierung auf Dateiebene schafft hier mehr Spielraum, unterliegt aber weiterhin Reaktivierungszeiten und Sperrfristen.

Reales Einsparpotenzial: Site- vs. dokumentenbasierte Betrachtung

Wie hoch das Einsparpotenzial in der Praxis ausfällt, hängt entscheidend vom gewählten Ansatz ab. Der Unterschied zwischen einer reinen Betrachtung auf Site-Ebene und einer granular dokumentenbasierten Analyse ist enorm:

Site-basierte Betrachtung

Werden ausschließlich vollständig inaktive SharePoint- und Teams-Sites betrachtet, also Sites ohne Änderungen seit mehr als zwölf Monaten, ergibt sich in unseren Projektanalysen häufig ein Einsparpotenzial von rund 2 Terabyte.

Dokumentenbasierte Betrachtung

Werden hingegen alle Dokumente berücksichtigt, die über mehrere Jahre nicht mehr verändert wurden, steigt das identifizierbare Einsparpotenzial oft um ein Vielfaches. In einzelnen Analysen ließ sich dabei ein Volumen von rund 20 Terabyte identifizieren – und damit ein Faktor von etwa zehn im Vergleich zur site-basierten Betrachtung.

Was die neue Dateiarchivierung verändert

Dieses größere Potenzial lässt sich durch Archivierung auf Dateiebene grundsätzlich erschließen – allerdings wirkt die Entlastung nur auf Mandantenebene, nicht auf einzelne Site-Kontingente. In Recherche- und Ad-hoc-Szenarien mit häufigem Zugriff bleibt der praktische Nutzen jedoch begrenzt, da archivierte Inhalte vor dem Öffnen erst reaktiviert werden müssen. 

Microsoft 365 Archive vs. Drittanbieter Archivierungslösungen

Kriterium 

Microsoft 365 Archive 

Site- und Dateiebene 

Dokumentenbasierte Archivierung 

(Spezialisierte Archivierungslösungen mit Auslagerung in externe Speicher) 

Grundprinzip 

Archivierung inaktiver Sites als Ganzes oder einzelner Dateien 

Gezielte Auslagerung einzelner, selten genutzter Inhalte innerhalb aktiver Strukturen 

Auswirkung auf Speicherkosten 

Entlastung des aktiven Speichers auf Site-Ebene; direkte Ersparnis erst bei Überschreitung des lizenzierten Gesamtkontingents 

Sofortige, spürbare Reduktion des aktiven Speichervolumens auch in laufend genutzten Umgebungen 

Reales Einsparpotenzial 

In der Praxis oft begrenzt (z. B. ca. 2 TB bei einer rein site-basierten Bewertung) 

In der Regel deutlich höher (z. B. rund 20 TB bei dokumentenbasierter Analyse) 

Wiederherstellungslogik 

Reaktivierung erforderlich (bei Dateien einzeln, bei Sites als Ganzes); innerhalb der ersten 7 Tage sofort, danach bis zu 24 Std. Anschließende Sperrfrist (30 Tage bei Dateien, 4 Monate bei Sites) 

Gezielte, sofortige Wiederherstellung einzelner Dokumente oder Ordner – ohne Wartezeit und ohne Sperrfrist 

Speicherort und Datenhoheit 

Fest im Microsoft-365-Cold-Storage gebunden 

Frei wählbar (z. B. Azure Blob Storage, AWS S3, Google Cloud oder eigenes Rechenzentrum) 

Konsequenz im Arbeitsalltag 

Zugriff auf archivierte Inhalte nur nach Reaktivierung – inklusive Wartezeit und administrativem Aufwand auf Site-Ebene 

Schneller, bedarfsgerechter Zugriff auf benötigte Inhalte ohne Eingriffe in bestehende Strukturen 

Zugriffs- und Rollenmodell 

Auf Site-Ebene durch SharePoint-Administratoren, auf Dateiebene auch durch berechtigte Fachanwender 

Regelbasiert steuerbar, abhängig von Governance auch durch Fachbereiche möglich 

Automatisierung 

Regelbasierte Archivierung auf Site-Ebene, zentral durch die IT gesteuert 

Regelbasierte Archivierung auf Dokumentenebene (z. B. nach Alter oder Nutzung), flexibel konfigurierbar 

Zentrale Einschränkung 

Begrenzte Flexibilität bei Speicherort, Versionssteuerung und Reaktivierungsfristen  

Höherer initialer Governance-Aufwand, dafür deutlich höhere Einsparpotenziale 

Wann alternative Archivierungsansätze sinnvoll sein können

Microsoft 365 Archive bietet einen klar definierten Ansatz zur Kostenoptimierung innerhalb von SharePoint Online. Je nach Ausgangssituation können jedoch zusätzliche Anforderungen entstehen, die über die bloße Speicherung in Microsoft 365 hinausgehen. 

 

Multi-Cloud und digitale Souveränität  

Alternative Ansätze werden vor allem dann relevant, wenn archivierte Daten außerhalb des Microsoft-Ökosystems gespeichert werden sollen – etwa in Azure, AWS, Google Cloud oder im eigenen Rechenzentrum. Für Organisationen mit erhöhten Souveränitätsanforderungen ist der frei wählbare Speicherort ein zentrales Kriterium. 

Große Datenmengen und Versionshistorien 

Wird das Speicherkontingent des Mandanten deutlich überschritten oder ist mit starkem Datenwachstum zu rechnen, gewinnen skalierbare Archivierungslösungen an Bedeutung. Über Jahre gewachsene SharePoint-Bibliotheken mit umfangreichen Dateiversionen sind dabei ein häufig unterschätzter Kostentreiber, dessen Bereinigung erhebliche Einsparungen ermöglicht. 

Compliance und gezielte Auffindbarkeit  

In regulierten Branchen bestehen häufig Anforderungen an revisionssichere Archivierung oder an vorgegebene Speicherorte. Gleichzeitig sollen archivierte Inhalte für die SharePoint-Suche, Microsoft Copilot oder eDiscovery kontrolliert und konfigurierbar nutzbar bleiben – also gezielt auffindbar, ohne den aktiven Speicher zu belasten. Genau hier setzen dokumentenbasierte Lösungen wie NAVOO® Smart Archive an, die archivierte Inhalte über angereicherte Stub Files für Suche und Copilot verfügbar halten. 

 

Für Unternehmen mit solchen Anforderungen können ergänzende Archivierungslösungen sinnvoll sein, die über die Möglichkeiten von Microsoft 365 Archive hinausgehen.

Fazit: Microsoft 365 Archive realistisch einordnen

Microsoft 365 Archive bietet Unternehmen grundsätzlich die Möglichkeit, Speicherkosten zu reduzieren. Besonders gut funktioniert dieser Ansatz in Umgebungen mit einer schlüssigen Informationsarchitektur und klar definierten Ablagestrukturen, die konsequent umgesetzt werden. Governance-Lösungen für Microsoft 365, wie etwa NAVOO® Governance, können dabei unterstützen, Transparenz zu schaffen und Site-Lebenszyklen organisatorisch abzusichern.

 

Grenzen bleiben jedoch bestehen: Das Einsparpotenzial hängt stark von der Struktur der Umgebung ab, die Steuerung auf Site-Ebene liegt bei der IT-Administration, und Reaktivierungszeiten sowie Sperrfristen schränken den flexiblen Zugriff auf einzelne Inhalte ein. 

 

Unsere Empfehlung: Unternehmen, die Speicherkosten in SharePoint möglichst schnell und signifikant senken möchten, sollten Archivlösungen in Betracht ziehen, die speziell für die dokumentenbasierte Archivierung entwickelt wurden. Diese bieten ein deutlich höheres Einsparpotenzial, ermöglichen eine nachhaltige und benutzerfreundliche Archivierung und Wiederherstellung und lassen sich – abhängig von Governance und Konfiguration – näher an den Arbeitsprozessen der Fachbereiche ausrichten. 
 

Ein Beispiel für einen solchen Ansatz ist NAVOO® Smart Archive von Arvato Systems. Die Lösung integriert sich direkt in SharePoint und ermöglicht dadurch eine benutzerfreundlichere Handhabung sowie eine gezielte Wiederherstellung einzelner Inhalte.

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Häufige Fragen zu Microsoft 365 Archive

  • Microsoft 365 Archive ist ein Pay-as-you-go-Dienst, der inaktive SharePoint-Inhalte in einen kostengünstigen Cold-Storage verschiebt. Seit Juli 2026 lassen sich neben kompletten SharePoint-Sites auch einzelne Dateien archivieren. Die Inhalte bleiben vollständig erhalten und compliance-seitig über eDiscovery auffindbar; aus der aktiven SharePoint-Suche und dem Copilot-Index werden sie hingegen entfernt, und der Zugriff erfordert eine Reaktivierung.

  • Ja, seit Juli 2026 unterstützt Microsoft 365 Archive das Archivieren einzelner SharePoint-Dateien. Anwender mit Bearbeitungsrechten lagern Dateien über eine neue „Archive"-Aktion direkt in SharePoint aus, Nutzer mit Leserechten reaktivieren sie. Die Funktion ist standardmäßig aktiv und wird von der IT-Administration pro Site gesteuert.

  • Microsoft 365 Archive kostet rund 0,05 US-Dollar pro GB und Monat, etwa 75 Prozent weniger als Standard-SharePoint-Speicher. Berechnet wird jedoch nur, wenn aktiver und archivierter Speicher zusammen das lizenzierte Speicherkontingent des Mandanten überschreiten. Wer unter dem Kontingent bleibt, zahlt für archivierte Inhalte effektiv nichts.

  • Die Reaktivierung archivierter Dateien kann bis zu 24 Stunden dauern. Dateien aus den letzten sieben Tagen sind sofort wieder verfügbar. Danach greift eine Sperrfrist von 30 Tagen bei Dateien und 4 Monaten bei Sites, bevor derselbe Inhalt erneut archiviert werden kann. Die Reaktivierung ist kostenlos.

  • Microsoft 365 Archive lagert Inhalte in einen kostengünstigen Cold-Storage-Tier aus und ist an Konditionen wie Reaktivierungszeiten und Sperrfristen gebunden. Dokumentenbasierte Lösungen richten sich stärker an einzelnen Inhalten und den Arbeitsprozessen der Fachbereiche aus und ermöglichen in der Regel eine unmittelbare Wiederherstellung. In der Praxis erschließen sie oft ein deutlich höheres Einsparpotenzial.

Verfasst von

ArvatoSystems_MA_BjörnNettingsmeier
Björn Nettingsmeier
Experte für M365