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Microsoft CoE Starter Kit für wirksame Governance

Warum Technik allein nicht reicht 

Microsoft CoE Starter Kit: Governance richtig umsetzen
11.12.2025
Digital Workplace
Digitale Transformation
Microsoft 365

Das Microsoft CoE Starter Kit gilt als etablierter Einstieg in die Governance der Power Platform. Doch was leistet es tatsächlich – und wo liegen seine Grenzen? Dieser Beitrag ordnet das Microsoft CoE Starter Kit ein und zeigt, wie daraus wirksame Governance entstehen kann.

Warum Governance mehr braucht als ein Tool

Viele Unternehmen installieren das Microsoft Center of Excellence (CoE) Starter Kit in der Annahme, damit sei die Governance der Microsoft Power Platform weitgehend geregelt. Dashboards schaffen Transparenz, Automatisierungen bringen Ordnung, erste Strukturen werden sichtbar. Das vermittelt Kontrolle – greift jedoch zu kurz. 

 

Denn das Microsoft CoE Starter Kit ist ein wichtiges Werkzeug, aber keine vollständige Governance-Lösung. Governance entsteht nicht durch Technik allein. Sie braucht klare Ziele, definierte Verantwortlichkeiten und abgestimmte Prozesse. Ohne diese Elemente bleibt Governance fragmentiert, selbst wenn das technische Fundament vorhanden ist.

Was Governance in der Power Platform wirklich bedeutet

Governance beschreibt die Gesamtheit aller Regeln, Prozesse und Zuständigkeiten, mit denen Nutzung, Entwicklung und Betrieb der Power Platform gesteuert werden. Ziel ist es, Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig Sicherheit, Qualität und Compliance sicherzustellen. 

Konkret umfasst Governance dabei insbesondere: 

  • Regeln für Daten- und Sicherheitsrichtlinien, etwa Data Loss Prevention 

  • Vorgaben für die kontrollierte Nutzung und Erstellung von Umgebungen 

  • verbindliche Prozesse für Compliance-Prüfungen und Freigaben 

  • Standards, Vorlagen und Leitlinien für die Entwicklung durch Citizen Developer 

Diese Maßnahmen lassen sich technisch unterstützen, müssen jedoch organisatorisch definiert, kommuniziert und durchgesetzt werden. Governance wirkt dabei nicht primär durch Kontrolle, sondern durch Orientierung. Sie schafft Klarheit darüber, was erlaubt ist, wie Entscheidungen getroffen werden und wer Verantwortung trägt.

Die Rolle des Microsoft CoE Starter Kits

Das Microsoft CoE Starter Kit ist ein von Microsoft bereitgestelltes Framework, das auf der Power Platform selbst basiert. Es sammelt Informationen, automatisiert bestimmte Abläufe und stellt diese Daten in Dashboards und Anwendungen bereit. Dadurch entsteht Transparenz über vorhandene Apps, Flows und Umgebungen sowie deren Nutzung. 

 

Diese Transparenz ist ein zentraler Mehrwert. Sie ermöglicht es erstmals, fundiert über die Power Platform zu sprechen und Entscheidungen auf Basis von Daten zu treffen. In diesem Sinne bildet das CoE Starter Kit ein technisches Fundament für Governance-Aktivitäten – nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

Wo das Microsoft CoE Starter Kit an seine Grenzen stößt

So leistungsfähig das Microsoft CoE Starter Kit technisch ist, es beantwortet keine organisatorischen oder strategischen Fragen. In der Praxis zeigen sich seine Grenzen immer dort, wo Entscheidungen notwendig werden, die nicht automatisiert getroffen werden können. 

 

Typischerweise bleiben folgende Punkte offen: 

  • Wer trägt die fachliche und technische Verantwortung für produktive Anwendungen? 

  • Wie werden Betrieb, Support und Eskalation verbindlich geregelt? 

  • Welche Umgebungsstrategie ist unternehmensweit gültig? 

  • Wie werden Sicherheits- und Datenschutzanforderungen konsistent umgesetzt? 

  • Wie lassen sich Lizenzkosten und Zugriffsrechte transparent steuern? 

Bleiben diese Fragen unbeantwortet, entstehen häufig redundante Lösungen, unkontrollierte Datenflüsse und unnötige Kosten. Gleichzeitig wächst die Frustration bei Anwendern und IT, während Qualität und Architektur der Lösungen zunehmend uneinheitlich werden. 

Technische Voraussetzungen bewusst berücksichtigen

Ein weiterer Aspekt wird häufig unterschätzt: Das CoE Starter Kit basiert überwiegend auf modellgetriebenen Apps und nutzt Microsoft Dataverse als Datenspeicher. Daraus ergeben sich konkrete Anforderungen an Betrieb und Lizenzierung. Für viele Funktionen sind Power- Apps-Premium-Lizenzen erforderlich, insbesondere für Maker, die aktiv mit den CoE-Komponenten arbeiten. 

 

Diese Voraussetzungen sollten Teil der Governance-Planung sein. Andernfalls entstehen genau jene Intransparenzen bei Kosten und Zuständigkeiten, die Governance eigentlich verhindern soll. 

Governance ganzheitlich denken

Ein wirksamer Governance-Ansatz verbindet technische Transparenz mit organisatorischer Steuerung. Das Microsoft CoE Starter Kit ist dabei ein wichtiger Baustein, aber nur ein Teil des Gesamtbildes. 

 

Erst durch ein klares Governance-Zielbild, definierte Rollen und Verantwortlichkeiten sowie verbindliche Prozesse für Entwicklung, Betrieb und Weiterentwicklung entsteht Governance, die nicht nur dokumentiert, sondern tatsächlich wirksam ist.

Das Microsoft CoE Starter Kit liefert Transparenz und operative Steuerungsimpulse, kann jedoch keine Governance-Entscheidungen ersetzen. Wirksame Power-Platform-Governance entsteht erst dort, wo technische Einblicke mit klarer Verantwortung, definierten Prozessen und Führung zusammenkommen. 

Fazit: Das CoE Starter Kit ist der Anfang – nicht das Ende

Das Microsoft CoE Starter Kit ist ein sinnvoller und wichtiger Einstieg in die Governance der Power Platform. Es bringt Struktur in eine wachsende Low-Code-Landschaft und liefert die Datenbasis für fundierte Entscheidungen. 

 

Sein voller Nutzen entfaltet sich jedoch erst dann, wenn Governance nicht als Tool-Implementierung verstanden wird, sondern als fortlaufender Steuerungsprozess. Technik unterstützt diesen Prozess – sie ersetzt ihn nicht.

Ergänzender Praxisansatz: Power Platform Foundation

In der Praxis zeigt sich, dass viele Organisationen das CoE Starter Kit um einen strukturierten Governance-Rahmen ergänzen. Die Power Platform Foundation von Arvato Systems bündelt dafür strategische und operative Bausteine wie Governance-Zielbild, Umgebungs- und Application-Lifecycle-Management-(ALM-)Strategie, Sicherheits- und Datenschutzkonzepte, Rollenmodelle sowie begleitende Enablement- und Adoptionsmaßnahmen. Ziel ist es, das Microsoft CoE Starter Kit gezielt in ein konsistentes und dauerhaft tragfähiges Governance-Modell einzubetten. 

FAQ – Häufige Fragen zum CoE Starter Kit

Weiterführende Informationen rund um Microsoft Governance

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Verfasst von

ArvatoSystems_Schneider_Karsten
Karsten Schneider
Experte für Microsoft 365

Karsten Schneider ist Berater für Microsoft 365 mit Schwerpunkt auf moderne Zusammenarbeit, Low-Code-Lösungen und sichere Cloud-Nutzung. Er unterstützt Unternehmen bei Governance und Sicherheit in Microsoft 365 und trägt dazu bei, digitale Arbeitsumgebungen auf Basis von Microsoft 365 und Azure nachhaltig zu verbessern.