Azure Preiserhöhung 2027

Azure-Preiserhöhung 2027

Was Sie jetzt prüfen sollten

Azure-Preiserhöhung 2027: Was Unternehmen jetzt prüfen sollten
27.10.2026
Cloud
Microsoft Azure

Die Azure-Preiserhöhung

Microsoft erhöht zum 1. Februar 2027 die Preise für bestimmte Azure Virtual Machines und Storage Services in sieben Regionen, je nach Region um 8 bis 17 Prozent. Wir zeigen, wen die Azure-Preiserhöhung trifft und was Unternehmen jetzt prüfen sollten.

Was die Azure-Preiserhöhung für Ihre Cloud-Kosten bedeutet

Für Unternehmen, die Azure-Ressourcen in europäischen Regionen betreiben, können sich die Cloud-Kosten ab Februar 2027 spürbar ändern. Microsoft hat betroffene Kunden darüber informiert, dass zum 1. Februar 2027 die Preise für bestimmte Azure Virtual Machines und Azure Storage Services in ausgewählten Regionen steigen. In EU West (Amsterdam) beträgt die angekündigte Erhöhung 9 Prozent, in EU North (Dublin) 17 Prozent.

 

Das bedeutet jedoch nicht, dass die gesamten Azure-Kosten eines Unternehmens pauschal um diesen Prozentsatz steigen. Welche Auswirkungen die Anpassung tatsächlich hat, hängt von den genutzten Regionen, Services und SKUs sowie vom jeweiligen Preismodell und den vertraglichen Konditionen ab. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig prüfen, welche Workloads betroffen sind und wie sich die Änderung auf ihre Cloud-Kosten auswirkt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die angekündigten Preisänderungen gelten ab dem 1. Februar 2027.
  • Betroffen sind bestimmte Azure Virtual Machines und Azure Storage Services in sieben Regionen.
  • Die regionalen Erhöhungen liegen zwischen 8 und 17 Prozent.
  • Microsoft nennt mehrere VM-Serien und Storage Services, für die die regionale Anpassung nicht gilt.
  • Die Azure Service Health Advisory (Tracking ID: JGW1-KG0) ist auf den jeweiligen Scope zugeschnitten. Eine Prüfung mit nur einem beliebigen Benutzerkonto reicht daher nicht aus.
  • Unternehmen sollten betroffene Subscriptions, Regionen, Services und SKUs sowie die geltenden Preis- und Vertragsmodelle gemeinsam betrachten.

Welche Azure-Regionen sind betroffen?

In der kundenspezifischen Azure Service Health Advisory nennt Microsoft für sieben Regionen folgende Preisänderungen:

 

Azure-Region laut AdvisoryPreisanpassung
EU West (Amsterdam)+ 9%
EU North (Dublin)+ 17%
France Central+ 11%
France South+ 11%
Norway East+ 9%
Norway West+ 9%
Southeast Asia (Singapore)+ 8%

Gerade EU West und EU North sind für viele europäische Azure-Umgebungen relevant. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Region. Auch der konkret eingesetzte Service beziehungsweise die verwendete SKU muss von der Anpassung betroffen sein.

Nicht alle Azure-Angebote sind betroffen

Die angekündigte Anpassung gilt nicht pauschal für alle Azure Virtual Machines und Storage Services. In der Benachrichtigung nennt Microsoft unter anderem folgende VM-Serien als ausgenommen:

  • v1: Bv1, D, Ds, F, Fs, G, Gs, L, NP, HCS
  • v2: Av2, Amv2, Dv2, Dsv2, Fsv2, Lsv2
  • v7: Dsv7, Ddsv7, Dlsv7, Dldsv7, Esv7, Edsv7

Bei Azure Storage führt Microsoft ebenfalls Ausnahmen auf. Dazu gehören unter anderem Azure Container Storage, Azure Managed Lustre, Azure NetApp Files – Cross-Region Replication SKU, General Block Blob, Queues, Standard Page Blob, Tables und Transaction Optimized SKU.

Wichtig für die Einordnung

Aus der Ausschlussliste sollte nicht ohne weitere Prüfung abgeleitet werden, dass automatisch jede nicht genannte VM- oder Storage-SKU betroffen ist. Maßgeblich sind die kundenspezifische Benachrichtigung und die jeweils gültigen Preisinformationen.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: „Nutzen wir Azure in einer betroffenen Region?“ Sondern: „Welche unserer Ressourcen liegen in diesen Regionen und welche davon fallen nach den für uns geltenden Preisinformationen tatsächlich unter die Anpassung?“

Wie erkennen Unternehmen, ob sie betroffen sind?

Microsoft informiert betroffene Kunden über eine Health Advisory im Azure Portal. Die Benachrichtigung ist auf betroffene Subscriptions, Services und Regionen zugeschnitten und kann Informationen zu diesen Subscriptions und Ressourcen enthalten.

 

Eine Prüfung mit nur einem beliebigen Benutzerkonto reicht jedoch nicht aus. Welche Health Advisories ein Benutzer einsehen kann, hängt vom jeweiligen Azure-Scope und von den zugewiesenen Berechtigungen ab. Laut Microsoft können Benutzer mit der Rolle Subscription Reader oder höher Hinweise sehen, die ihren Subscription-Scope betreffen. Benutzer mit Tenant-Administratorzugriff können Hinweise auf Tenant-Ebene einsehen.

 

Unternehmen sollten deshalb sicherstellen, dass alle relevanten Subscriptions in die Prüfung einbezogen werden und dass die prüfende Person über ausreichende Berechtigungen verfügt. Die Registerkarte „Impacted Resources“ kann bei der Analyse helfen. Microsoft weist allerdings darauf hin, dass diese Ansicht nur für eine Teilmenge aktiver Services und Features Informationen zu den betroffenen Ressourcen bereitstellt. Sie sollte daher nicht als alleinige Grundlage für eine vollständige Betroffenheitsanalyse herangezogen werden.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

Bis zum Inkrafttreten am 1. Februar 2027 bleibt Zeit, die Auswirkungen auf die eigene Azure-Umgebung zu bewerten. Die folgenden Prüfschritte verbinden die Angaben aus der Microsoft-Benachrichtigung mit einer strukturierten Kostenbetrachtung.

Betroffene Ressourcen identifizieren

Ermitteln Sie, welche Azure-Ressourcen in den sieben genannten Regionen betrieben werden. Prüfen Sie anschließend, welche VM-Serien und Storage Services laut kundenspezifischer Benachrichtigung und den gültigen Preisinformationen betroffen sind.

Finanzielle Auswirkungen quantifizieren

Bewerten Sie den Anteil der betroffenen Ressourcen an den gesamten Azure-Ausgaben. Beziehen Sie neben der aktuellen Nutzung auch Budgets und geplante Deployments ein.
 

Preismodelle und Commitments berücksichtigen

Beziehen Sie bestehende Reservations, weitere Commitments und vertragliche Konditionen in die Bewertung ein. Welche konkrete Kostenwirkung entsteht, muss anhand des jeweiligen Preismodells und der kundenspezifischen Konditionen geprüft werden.

Dimensionierung und Auslastung überprüfen

Unabhängig von der Preisänderung kann die Ankündigung ein sinnvoller Anlass sein, die Dimensionierung, Auslastung und den Bedarf bestehender Ressourcen zu prüfen. Überdimensionierte oder nicht mehr benötigte Ressourcen verursachen bereits heute vermeidbare Kosten.

Regionale Platzierung bewusst bewerten

Regional unterschiedliche Preise können Anlass sein, die Platzierung bestehender und zukünftiger Workloads zu überprüfen. Ein Regionswechsel sollte jedoch nicht allein aufgrund eines Preisunterschieds erfolgen. Architektur, Datenhaltung, Latenz, Verfügbarkeit, Resilienz und Compliance bleiben zentrale Entscheidungskriterien.

Von der Preisanpassung zur Azure-Kostenoptimierung

Die angekündigte Änderung ist zunächst eine Kostenfrage. Sie kann zugleich ein sinnvoller Anlass sein, die eigene Azure-Umgebung umfassend zu überprüfen. Denn neben der Frage „Wie verändern sich unsere Kosten ab Februar?“ ist auch die Frage relevant: „Nutzen wir die richtigen Ressourcen, die passende Dimensionierung und ein geeignetes Kostenmodell?“

 

Eine strukturierte Betrachtung geht deshalb über die unmittelbare Preisanpassung hinaus. Sie schafft Transparenz über relevante Kostentreiber und zeigt, an welchen Stellen eine Optimierung wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist. Dabei geht es nicht darum, jede Ressource infrage zu stellen. Ziel ist vielmehr, belastbare Entscheidungen auf Basis der tatsächlichen Nutzung, der technischen Anforderungen und der geltenden Konditionen zu treffen.

Fazit: Erst Betroffenheit klären, dann optimieren

Die Azure-Preiserhöhung zum 1. Februar 2027 betrifft nicht jeden Azure-Kunden und nicht jeden Workload gleichermaßen. Region, Service, SKU und Preismodell bestimmen, wie groß die tatsächliche Auswirkung ist. Eine fehlende oder für einen einzelnen Benutzer nicht sichtbare Portal-Meldung sollte daher nicht als pauschale Entwarnung verstanden werden.

 

Der erste Schritt ist eine belastbare Bestandsaufnahme über alle relevanten Subscriptions. Unternehmen, die betroffene Ressourcen frühzeitig identifizieren, können die finanziellen Auswirkungen in ihre Budget- und Cloud-Planung einbeziehen und gleichzeitig prüfen, wo unabhängig von der Preisänderung Optimierungspotenzial besteht.

Kosten prüfen, Potenziale erkennen

Nutzen Sie die Azure-Preiserhöhung, um Ihre Kosten und bestehenden Optimierungspotenziale zu überprüfen. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

 

Lassen Sie uns in den Austausch gehen!

Quellen und redaktionelle Hinweise

Primärquelle für Datum, Regionen, Prozentsätze und die genannten Ausnahmen ist die kundenspezifische Azure Service Health Advisory „Action required: Prepare for specific Azure VM series and Azure Storage service price updates in seven Azure regions globally“. Die Advisory ist eine offizielle Microsoft-Mitteilung, jedoch nicht für jeden Leser öffentlich zugänglich. Für die Veröffentlichung sollte nach Möglichkeit ein freigegebener Screenshot oder ein für die Zielgruppe zugänglicher Advisory-Link verwendet werden.

 

Öffentlich zugängliche Microsoft-Dokumentation

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Verfasst von

Dominik Kurt
Dominik Kurt
Experte für Cloud Integration und FinOps

Dominic Kurt ist IT-Projektmanager und Cloud-Consultant mit Fokus auf Cloud-Migration und -Integration. Er begleitet Cloud-Transformationen von der Planung bis zur Umsetzung und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf FinOps, die Optimierung der Cloud-Kosten sowie den wirtschaftlichen Betrieb von Cloud-Plattformen.