EmpCo: Umweltaussagen glaubwürdig belegen
Nachweispflicht seit September 2026
Das Wichtigste im Überblick
- EmpCo steht für die EU-Richtlinie„Empowering Consumers for the Green Transition". Ab dem 27. September 2026 gelten EU-weit strengere Regeln gegen Greenwashing – für alle Branchen.
- Vage Aussagen wie „nachhaltig" brauchen künftig präzise, belegbare Angaben; selbst gebaute Öko-Siegel sind tabu.
- Entscheidend sind die Bezugsgröße, der Zeitraum und die Vergleichsbasis einer Aussage.
- Relevante Daten liegen in vielen Unternehmen in technischen Systemen, Fachbereichen und Berichten verteilt.
- EmpCo ist eine bereichsübergreifende Aufgabe für Nachhaltigkeitsmanagement, Technik, Kommunikation, Compliance und Recht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die verbindliche Bewertung konkreter Aussagen sollte durch die eigene Rechtsabteilung oder eine spezialisierte Rechtsberatung erfolgen.
Können Unternehmen belegen, was sie über Nachhaltigkeit sagen?
„Durch unsere Maßnahmen haben wir den Energieverbrauch um 15 Prozent reduziert." Das klingt konkret. Doch worauf beziehen sich die 15 Prozent? Welche Standorte und Zeiträume wurden betrachtet, und welche Daten belegen die Aussage?
Ab dem 27. September 2026 gelten neue Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition, kurz EmpCo, soll Verbraucher besser vor irreführenden Aussagen schützen. Unternehmen müssen Umweltvorteile klarer einordnen und nachvollziehbar belegen.
Was die EmpCo-Richtlinie fordert
EmpCo ist kein völlig neues Gesetz. Offiziell heißt sie Richtlinie (EU) 2024/825. Es ist kein völlig neues Gesetz, sondern eine Verschärfung des bestehenden EU-Verbraucherrechts – insbesondere der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken. In Deutschland wurde sie durch Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt.
Besonders relevant sind dabei unter anderem:
- Allgemeine Umweltaussagen – pauschale Aussagen ohne ausreichende Konkretisierung werden erheblich schwieriger.
- Klimaneutralitätsclaims, die sich allein oder teilweise auf Kompensation stützen.
- Selbstgestaltete Nachhaltigkeitssiegel ohne ein von einer öffentlichen Stelle eingerichtetes oder anerkanntes Zertifizierungssystem.
- Aussagen über zukünftige Umweltleistungen, die eine belastbare Grundlage erfordern.
Wichtig bleibt dabei: Mit Nachhaltigkeit zu werben, ist weiterhin möglich. Nachhaltigkeit ist und bleibt ein starkes Marketingargument. Wichtig ist allerdings, wie du darüber sprichst. [dievisualisten.com]
Gute Aussagen brauchen eine belastbare Grundlage
Begriffe wie „nachhaltig", „grün" oder „umweltfreundlich" werden schnell verwendet. Ohne Erläuterung können sie jedoch missverständlich sein. Entscheidend ist, worauf sich eine Aussage tatsächlich bezieht: auf das gesamte Unternehmen, ein Produkt, einzelne Standorte oder eine bestimmte Maßnahme. Auch Bezugsgröße, Zeitraum und Vergleichsbasis müssen nachvollziehbar sein.
Dabei spielt auch der richtige Umfang einer Aussage eine Rolle. Ein Unternehmen verbessert einen Teil seines Produkts und überträgt diesen Vorteil sprachlich auf das gesamte Produkt oder sogar auf das Unternehmen. Genau dieser Sprung ist kritisch – denn eine Aussage über das gesamte Produkt oder die gesamte Geschäftstätigkeit sollte nicht lediglich auf einem Teilaspekt beruhen.
Was hinter einer Umweltaussage steckt
Aussagen über reduzierte Verbräuche, geringere Emissionen oder verbesserte Effizienz beruhen häufig auf Mess-, Anlagen- und Nachhaltigkeitsdaten. Diese sind in vielen Unternehmen über technische Systeme, Fachbereiche und separate Berichte verteilt. Das erschwert konsistente Auswertungen und verlässliche Nachweise.
Hinzu kommt eine praktische Frage: In Unternehmen mit vielen Seiten, Produkten und Kanälen ist oft gar nicht klar, wo Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen überall verwendet werden. Eine konsistente Datengrundlage hilft, solche Aussagen überhaupt erst einheitlich prüfen und belegen zu können.
Aus verteilten Informationen wird ein nachvollziehbares Gesamtbild
Eine gemeinsame Datenbasis führt Energie-, Anlagen- und Nachhaltigkeitsdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammen. Informationen können so strukturiert, historisiert, plausibilisiert und ausgewertet werden. So werden Entwicklungen sichtbar und Standorte, Anlagen oder Zeiträume anhand einheitlicher Kennzahlen vergleichbar.
Eine Plattform wie green.screen verfolgt beispielsweise diesen Ansatz: green.screen unterstützt Sie dabei, Energie- und Ressourcendaten zentral zu erfassen, zu analysieren und transparent darzustellen. So schaffen Sie die Basis für Compliance, ESG-Reporting und gezielte Effizienzmaßnahmen. Die konkrete Ausgestaltung hängt dabei immer vom jeweiligen Anwendungsfall und den vorhandenen Datenquellen ab.
15 Prozent weniger. Aber verglichen womit?
Aus einer pauschalen Aussage kann dadurch eine präzisere Information entstehen. Statt nur eine Verbesserung zu behaupten, lassen sich Zeitraum, Geltungsbereich, Kennzahl und Vergleichsmaßstab benennen. Das stärkt die Nachvollziehbarkeit, ohne eine rechtliche Bewertung vorwegzunehmen.
Dieses Prinzip entspricht genau der Logik von EmpCo: Die zweite Spalte behauptet nicht weniger – sie sagt nur genauer, was wirklich dahintersteckt.
Dieselbe Grundlage im Unternehmen nutzen
EmpCo ist keine reine Marketingaufgabe. Nachhaltigkeitsmanagement, technische Bereiche, Vertrieb, Kommunikation, Compliance und Recht müssen zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Datenbasis erleichtert die Abstimmung und schafft ein einheitliches Verständnis der verwendeten Kennzahlen.
Hilfreich ist zudem, intern für jede Aussage einen Nachweis zu hinterlegen. Du musst deine Belege nicht öffentlich auf der Website veröffentlichen. Sie sollten aber intern dokumentiert und auf Nachfrage vorzeigbar sein – etwa, falls Wettbewerber, Verbraucherverbände oder Behörden nachhaken.
Glaubwürdige Nachweise für Umweltaussagen
Eine Datenplattform ersetzt weder die fachliche Bewertung noch die rechtliche Freigabe einer Umweltaussage. Sie kann jedoch relevante Daten zusammenführen, Entwicklungen dokumentieren und Nachweise konsistent bereitstellen.
Denn entscheidend bleibt: Können wir belegen, was wir behaupten?
Häufige Fragen und Antworten zur EmpCo-Richtlinie
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Ab wann gilt die EmpCo-Richtlinie?
Die neuen Anforderungen gelten ab dem 27. September 2026 für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern.
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Was fordert EmpCo konkret?
Unternehmen müssen Umweltvorteile klarer einordnen und nachvollziehbar belegen – inklusive Bezugsgröße, Zeitrahmen und Vergleichsbasis. Vage Aussagen wie „nachhaltig" brauchen künftig präzise, belegbare Angaben; selbst gebaute Öko-Siegel sind tabu.
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Darf man überhaupt noch mit Nachhaltigkeit werben?
Ja. Ziel der Richtlinie ist es nicht, dass du aufhörst, über Nachhaltigkeit zu sprechen oder damit zu werben. Entscheidend ist, dass Aussagen präzise und belegbar sind.
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Ersetzt eine Datenplattform die rechtliche Freigabe?
Nein. Sie führt relevante Daten zusammen und dokumentiert Entwicklungen, ersetzt jedoch weder die fachliche Bewertung noch die rechtliche Freigabe.
Verfasst von
Michael Kuhrs ist Leiter der Abteilung Messsysteme und Product Business Owner für green.screen. Seit über 25 Jahren in der Energiebranche tätig, liegt sein Fokus auf Smart Metering, Messwesen und Produktmanagement. Mit green.screen unterstützt er Unternehmen bei regulatorischen Energieanforderungen.