AEP.B2B und SAP MaCo Cloud Stagebild

Was bedeutet die SAP MaCo Cloud für bestehende AEP.B2B-Landschaften?

Wie Energieversorger ihre Marktkommunikation bewahren und ihre SAP-Landschaft modernisieren

AEP.B2B und SAP MaCo Cloud
25.08.2026
Digitale Transformation
Energie- & Versorgungswirtschaft
SAP
Technisch

Mit der Transformation auf SAP S/4HANA Utilities und der Einführung der SAP MaCo Cloud stellt sich bei vielen Energieversorgern eine zentrale Frage: Wird eine bestehende Marktkommunikationslösung wie AEP.B2B künftig noch benötigt – oder wird sie durch die SAP MaCo Cloud vollständig ersetzt? Die Antwort ist differenzierter, als es auf den ersten Blick scheint. Denn die SAP MaCo Cloud adressiert wesentliche standardisierte Marktkommunikationsprozesse, ersetzt aber nicht automatisch alle Integrations-, Monitoring-, Routing- und Transformationsaufgaben, die in gewachsenen Systemlandschaften heute über AEP.B2B abgebildet werden. 

 

Arvato Systems positioniert AEP.B2B daher ausdrücklich als starken Baustein innerhalb einer SAP-orientierten Zielarchitektur – nicht als Gegenentwurf zur SAP MaCo Cloud. Als erfahrener SAP-Partner versteht Arvato Systems die fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen einer S/4HANA-Transformation im Energiemarkt und verbindet dieses Know-how mit der bewährten Stärke der AEP.B2B als Integrations- und Steuerungsebene für hybride (mehrere Systeme von verschiedenen Anbietern) Marktkommunikationslandschaften. Gerade in Transformationsphasen entsteht der größte Mehrwert dort, wo bestehende Backends, neue Cloud-Services, AS4-Kommunikation, BDEW-APIs, Fachsysteme und kundenindividuelle Prozesse parallel betrieben und transparent gesteuert werden müssen.

Marktkommunikation wird hybrider – nicht einfacher

Die Umstellung auf SAP S/4HANA Utilities verändert die Systemarchitektur grundlegend. SAP IS-U, SAP S/4HANA Utilities, SAP MaCo Cloud, SAP BTP, EDM-Systeme, MDM-Lösungen, ZFA, Gateway-Administration, Kundenportale und externe Marktpartner müssen über Jahre hinweg parallel zusammenspielen. Gleichzeitig verschiebt sich die Marktkommunikation schrittweise von klassischen EDIFACT-Prozessen hin zu AS4- und API-basierten Kommunikationswegen.

 

Für bestehende AEP.B2B-Kunden ist das eine wichtige Botschaft: Die S/4HANA-Migration muss kein Sprung ins Ungewisse sein. AEP.B2B kann in dieser Phase als vertraute, belastbare und bereits etablierte Plattform unterstützen, Übergänge absichern und Komplexität aus dem Transformationsprogramm herausnehmen. Ohne eine solche vermittelnde Integrationsschicht können Risiken entstehen – etwa unklare Verantwortlichkeiten zwischen Systemen, fehlende Transparenz bei Nachrichtenflüssen, aufwendige Punkt-zu-Punkt-Anbindungen oder Störungen in kritischen Marktkommunikationsprozessen.

 

Hier entsteht eine häufig unterschätzte Herausforderung: Die SAP MaCo Cloud spricht definierte Standards. Die Realität vieler Energieversorger spricht jedoch viele Sprachen. Neben AS4 und BDEW-APIs existieren weiterhin Dateischnittstellen, IDoc-XML, SFTP, REST, AMQP, kundenspezifische Formate, Legacy-Systeme und fachliche Sonderprozesse. Für diese Kopplungs-, Transformations- und Steuerungsaufgaben wird weiterhin eine leistungsfähige Integrationsschicht wie die AEP.B2B benötigt. 

Modell 1: AEP.B2B-First – die bewährte Integrationsplattform bleibt führend

Im AEP.B2B-First-Ansatz bleibt die MaKo-Lösung von Arvato Systems das zentrale Front- und Integrationssystem für die Marktkommunikation und die Anbindung relevanter Umsysteme. Die Plattform wird über die vorgesehenen Schnittstellen an die SAP MaCo Cloud angebunden und übernimmt weiterhin zentrale Aufgaben wie Routing, Monitoring, Validierung, Mapping, Transformation und technische Entkopplung.

 

Für die technische Marktkommunikation können AEP.AS4 und AEP.API als Kommunikationskomponenten in diese Architektur eingebunden werden. Dadurch lassen sich BDEW-AS4-Kommunikation und BDEW-API-Prozesse mit der bestehenden AEP.B2B-Landschaft kombinieren. Fachsysteme wie EDM, MDM, ZFA, GWA, Archivsysteme oder Kundenportale müssen nicht einzeln und individuell an die SAP MaCo Cloud angebunden werden, sondern können über AEP.B2B harmonisiert und gesteuert werden.

 

Der Vorteil dieses Modells liegt in der Kontinuität: Unternehmen nutzen ein bekanntes, etabliertes System weiter, erhalten zentrale Transparenz über Nachrichtenflüsse und reduzieren das Risiko, ERP-Transformation und Marktkommunikationsmigration gleichzeitig vollständig neu aufzusetzen. AEP.B2B wirkt dabei als Systemweiche zwischen alter und neuer Welt: bestehende Prozesse bleiben stabil, während neue Cloud- und API-Szenarien schrittweise integriert werden.

Modell 2: SAP MaCo-Cloud-First – AEP.B2B als ergänzende Monitoring- und Integrationsschicht

Im SAP MaCo-Cloud-First-Ansatz übernimmt die SAP MaCo Cloud die führende Rolle für die standardisierte Marktkommunikation. AEP.B2B wird in diesem Modell nicht als primäres Marktkommunikationssystem positioniert, sondern als ergänzende Integrations-, Monitoring- und Transparenzebene für Umsysteme und angrenzende Geschäftsprozesse.

 

Auch in diesem Szenario bleibt der Nutzen von AEP.B2B relevant. Denn viele Energieversorger benötigen weiterhin eine zentrale Sicht auf Nachrichten, Fehler, technische Zustände und fachliche Verarbeitungsschritte über mehrere Systeme hinweg. AEP.B2B kann hier als Kontroll- und Integrationsschicht dienen, um Umsysteme wie EDM, MDM, ZFA, GWA oder Kundenportale transparent einzubinden und Betriebsprozesse über Systemgrenzen hinweg nachvollziehbar zu machen.

Die oft übersehene Lücke: Routing, Transformation und EAI

In vielen S/4HANA-Transformationsprogrammen liegt der Fokus zunächst auf ERP-Migration, Stammdatenmodell, Prozess-Customizing und Cloud-Anbindung. Die Aufgaben einer Enterprise-Application-Integration-Schicht werden dabei häufig zu spät betrachtet. Dabei sind diese Aufgaben geschäftskritisch: Welche Nachricht gehört zu welchem Vorgang? Welches Backend ist zuständig? Muss eine Nachricht transformiert, angereichert, validiert, gesplittet oder erneut verarbeitet werden? Und wie wird sichergestellt, dass Fehler nicht im Systemverbund verloren gehen?

 

AEP.B2B adressiert diese Fragestellungen. Die Plattform kann Nachrichten fachlich interpretieren, anhand von Regeln oder Referenzen zuordnen, unterschiedliche Formate und Protokolle vermitteln und Verarbeitungsschritte revisionssicher nachvollziehbar machen. Damit wird AEP.B2B nicht nur zur technischen Kommunikationskomponente, sondern zur zentralen Steuerungsebene in einer hybriden Marktkommunikationsarchitektur. 

Mehrwert für Energieversorger

  • Investitionsschutz: Bestehende AEP.B2B-Prozesse, Betriebsroutinen und Schnittstellen können weiter genutzt werden.
  • Reduziertes Projektrisiko: ERP-Transformation und Marktkommunikation müssen nicht vollständig gleichzeitig neu aufgebaut werden.
  • Zentrale Transparenz: Nachrichten, Fehler, Statusinformationen und Verarbeitungsschritte bleiben systemübergreifend nachvollziehbar.
  • Flexibles Routing: Nachrichten können regelbasiert an SAP MaCo Cloud, SAP S/4HANA Utilities, EDM, MDM, ZFA, GWA, Kundenportale oder weitere Backends verteilt werden.
  • Format- und Protokollvielfalt: AEP.B2B kann unterschiedliche technische Welten verbinden – von EDIFACT über XML und IDoc bis hin zu AS4, APIs und dateibasierten Schnittstellen.
  • Zukunftsfähigkeit: AEP.AS4 und AEP.API ermöglichen die schrittweise Weiterentwicklung in Richtung moderner, cloudfähiger Marktkommunikation. 

Arvato Systems als Partner für hybride Marktkommunikation

Arvato Systems bringt als SAP-Partner und erfahrener Marktkommunikationsspezialist mit AEP.B2B, AEP.AS4 und AEP.API ein Lösungsportfolio, das SAP-Transformation, Marktkommunikation, Integration, Monitoring und Betriebsstabilität miteinander verbindet. Der Mehrwert liegt dabei nicht in der Konkurrenz zur SAP MaCo Cloud, sondern in der Fähigkeit, SAP-Standards mit der heterogenen Realität gewachsener IT-Landschaften von Energieversorgungsunternehmen zu verbinden – partnerschaftlich, pragmatisch und mit einem klaren Blick auf die Sicherheit laufender Geschäftsprozesse.

 

Für Kunden bedeutet das vor allem Sicherheit: Die Einführung von SAP S/4HANA Utilities und der SAP MaCo Cloud bedeute nicht automatisch das Ende von AEP.B2B. Im Gegenteil: Solange AEP.B2B Teil der Architektur bleibt, gibt es eine vertraute Ebene, auf die Kunden zählen können – eine Ebene, die bestehende Prozesse kennt, technische Übergänge abfedert, Transparenz schafft und kritische Marktkommunikation auch während der Migration stabil hält. Genau dadurch kann AEP.B2B helfen, Sorgen vor dem Systemwechsel zu reduzieren und die Transformation kontrollierter, transparenter und risikoärmer zu gestalten. 

Transformation ohne Bruch: AEP.B2B in der neuen SAP-Welt

Die SAP MaCo Cloud ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Marktkommunikation. AEP.B2B bleibt jedoch dort stark, wo Standardkommunikation allein nicht ausreicht: bei Integration, Routing, Transformation, Monitoring und der Steuerung hybrider Systemlandschaften. Für AEP.B2B-Kunden ist das eine beruhigende Perspektive: Die vertraute Plattform kann auch in der SAP-S/4HANA-Zukunft ein verlässlicher Anker bleiben. Deshalb lautet die strategische Botschaft nicht „SAP MaCo Cloud statt AEP.B2B“, sondern „SAP MaCo Cloud mit AEP.B2B und Arvato Systems als starkem SAP-Partner“ – für eine moderne, stabile und zukunftsfähige Marktkommunikationsarchitektur. 

Weiterführende Informationen rund um Marktkommunikation

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Verfasst von

Alexander Beck
Alexander Beck
Experte für das Thema Energieserviceanbieter