Brücke

Copilot MCP Server: Die KI-Brücke zu SAP Joule und digitalen Archiven

Digitale Archive werden durch MCP KI-ready

Copilot MCP Server
25.03.2026
Digital Workplace
Künstliche Intelligenz
Microsoft 365

Digitale Archive sind revisionssicher – für KI jedoch oft unsichtbar. Zudem fehlt meist der Kontext zu SAP-Vorgängen. Der Copilot-MCP-Server schließt diese Lücke über ein standardisiertes Protokoll. Erfahren Sie, wie Sie Archivinhalte KI-fähig machen und Microsoft nahtlos mit SAP verbinden.

Warum KI bisher an digitalen Archiven scheitert

Hand aufs Herz: Wir alle kennen das Problem der Daten-Silos seit Jahrzehnten. Doch mit der aktuellen KI-Welle werden sie zum echten Business-Stopper. Organisationen arbeiten heute in drei getrennten Informationswelten:

  1. SAP (Strukturierte Prozessdaten): Bestellungen, Materialstämme und Objektbeziehungen.
  2. SharePoint / M365 (Unstrukturierte Wissensräume): Kollaboration, Verträge, Spezifikationen und Kommunikation.
  3. Digitale Archive (Revisionssichere Beweisräume): Langzeitarchivierung zur revisionssicheren Aufbewahrung von Dokumenten. 

Jedes System funktioniert für sich perfekt. Doch keines versteht das andere – ein archivierter Beleg weiß häufig nicht, zu welchem SAP-Vorgang er gehört. Genau das bremst KI aus, denn sie benötigt IDs und Beziehungen. Das Model Context Protocol schließt diese Lücke als standardisierte Orchestrierungsschicht.

Die Architektur des Vertrauens: Wie MCP technisch funktioniert

MCP-Server verbindet AI-Anwendungen mit SharePoint, Copilot und SAP Joule.

 

Wie die Grafik verdeutlicht, fungiert das Model Context Protocol als intelligenter Standard-Adapter zwischen Ihren KI-Anwendungen und Datenquellen. Statt für jedes System eine eigene, starre Schnittstelle zu bauen, greifen KI-Agenten über eine zentrale, standardisierte API auf den MCP-Server zu. Der MCP-Server arbeitet dabei als Sicherheits-Instanz in drei Schichten:

  • Tools & APIs: Stellen die KI-Funktionen bereit, um Aufgaben (z. B. Belegabrufe) aktiv auszuführen.
  • Metadata Queries: Liefert tiefgehenden Kontext aus Quellsystemen wie SharePoint oder SAP.
  • Access Control: Garantiert als Gatekeeper, dass bestehende Berechtigungen strikt eingehalten werden.

Der entscheidende Vorteil: Ob Microsoft Copilot in Teams oder automatisierte Workflows im Backend – alle greifen sicher und in Echtzeit auf Dokumente und Metadaten zu, ohne dass Daten repliziert werden müssen.

Was ist der Copilot MCP Server?

Der Copilot MCP Server markiert einen Paradigmenwechsel: Es ist keine klassische Integration, bei der Systeme starr miteinander kommunizieren, sondern eine intelligente Orchestrierung. Dabei fungiert ein KI-Agent als Host und steuert mehrere MCP-Server (SAP, SharePoint, Archiv) parallel.  Das senkt den Integrationsaufwand und sichert Compliance.

  • Modellunabhängig: Wechseln Sie das KI-Modell, ohne die Anbindung zu ändern.
  • Standardisiert: Nutzen Sie ein einheitliches Protokoll für alle Datenquellen.
  • KI-fähig: Daten werden so bereitgestellt, dass Agenten sie unmittelbar „verstehen“.

Dazu nutzt das Protokoll drei zentrale Bausteine:

  • Tools: Aktive Funktionen (z. B. SAP-Belege abrufen, SharePoint-Suche, Archiv-Metadaten lesen).
  • Resources: Sicherer Zugriff auf Datentöpfe unter strikten Berechtigungen (SAP-Tabellen, SharePoint-Bibliotheken, Archivbestände).
  • Prompts: Vordefinierte Interaktionen, die KI-Agenten in komplexen Geschäftsprozessen zielsicher steuern.

Die Synergie: Drei Welten verschmelzen zu einem Prozesswissen

1. SAP: Joule wird kontextfähig

In der SAP Business Technology Platform (BTP) agieren Backends, Joule, CAP-Services und der AI Core als MCP-Server. KI-Agenten erhalten so tiefen Zugriff auf:

  • Belegdaten & Transaktionshistorie: Direkter Zugriff auf Kopf- und Positionsdaten.
  • Geschäftsobjekte (Business Objects): Verständnis für den Status von Bestellungen, Lieferungen oder Instandhaltungsmeldungen.
  • IDs und semantische Beziehungen: Verknüpfung von Materialnummern mit Lieferanten-IDs über Modulgrenzen hinweg (z. B. MM zu FI).
  • Customizing-Metadaten: Berücksichtigung kundenspezifischer Felder (Z-Felder), die für Standard-KI oft unsichtbar bleiben.
  • Berechtigungs-Kontext: Übernahme der SAP-User-Rollen (PFCG), sodass die KI nur sieht, was der Nutzer darf.

Ihr Vorteil: SAP wird KI-fähig, auditierbar und bleibt unabhängig vom gewählten LLM (Modell-Agnostik).

 

2. SharePoint: Wissensräume werden Prozesswissen

SharePoint steuert unstrukturierte Dokumente bei, die den strukturierten SAP-Prozess fachlich anreichern:

  • Technische Dokumentation: Spezifikationen, CAD-Zeichnungen und Montageanleitungen.
  • Rechtlicher Kontext: Verträge, SLAs und Nachtragsvereinbarungen.
  • Projekt-Historie: E-Mails, Protokolle und Projektdokumente aus M365-Groups.

Über den SharePoint-MCP-Server greifen KI-Agenten sicher zu auf:

  • Dokumente & Versionierung: Zugriff auf die aktuell gültige Version eines Dokuments.
  • Taxonomien & Managed Metadata: Nutzung Ihrer zentralen Schlagwort-Hierarchien zur besseren Einordnung.
  • Purview-Labels & Sensitivity: Striktes Einhalten von Vertraulichkeitsstufen (z. B. "Streng Geheim").
  • Hybride Suche: Kombination aus klassischer Suche und Vektor-Suche für präzisere Ergebnisse.

Ihr Vorteil: Prozesswissen ohne Datenreplikation, vollständig compliant und sicher innerhalb Ihres Tenants.

 

3. Digitales Archiv: Revisionssicherheit trifft KI

Digitale Archive bleiben das unveränderliche System of Record. MCP ermöglicht den entscheidenden Durchbruch für den Zugriff auf die archivierten Daten:

  • In-situ-Analyse: Ein rein lesender Zugriff direkt am Speicherort – kein Verschieben von Archivgut in KI-Clouds.
  • Integritätsschutz: Absolut keine Replikation oder Veränderung der originalen Bit-Streams (WORM-Prinzip bleibt gewahrt).
  • Vollständige Audit-Trail-Transparenz: Protokollierung jeder KI-Abfrage im Archiv-Journal (wer hat wann welche Information für welchen Prompt gelesen?).
  • Cross-System-Mapping: Automatisierte Verknüpfung von Archivbelegen mit aktuellen SAP-IDs und SharePoint-Wissen über MCP-Resources.
  • Retention-Awareness: Die KI respektiert Löschfristen und Aufbewahrungsregeln des Archivs automatisch.

Ihr Vorteil: Archive werden vom "Datengrab" zum aktiven Wissensschatz, ohne ihren rechtlichen Status (GoBD/Compliance) zu gefährden.

Praxisbeispiel: Reklamationsprüfung in Sekunden

Ein Kunde reklamiert: „Falsche Spezifikation geliefert!“ MCP orchestriert die Antwort systemübergreifend:

  1. SAP-MCP liefert Bestelldaten und Objekt-IDs.
  2. SharePoint-MCP findet die zum Bestelldatum gültige Spezifikation.
  3. Archiv-MCP bindet Lieferschein und Prüfprotokoll revisionssicher ein.

Das Ergebnis: Eine vollständige, prüfbare Reklamationsanalyse in Sekunden – systemübergreifend und compliant.

Warum das Model Context Protocol Ihre KI-Strategie entscheidet

  • Massive Effizienzsteigerung: Durch die Standardisierung der Schnittstellenlogik entfällt der Aufbau komplexer, individueller Daten-Pipelines für jede neue Quelle.
  • Data Sovereignty: Kein Verschieben oder Kopieren von Daten. Informationen bleiben revisionssicher und kontrolliert im Quellarchiv.
  • Audit-Sicherheit: Jeder Zugriff der KI über das Protokoll erfolgt nach festen Regeln und ist für die Compliance vollständig nachvollziehbar.
  • Zukunftssicherheit: Ein modellunabhängiger Standard, der heute mit Systemen wie Claude funktioniert und morgen nahtlos für jede Form von Agentic AI bereitsteht.

Auf den Punkt gebracht: Ihre Vorteile im Überblick

  • Keine Replikation: Ihre digitalen Archive werden intelligent erschlossen, nicht kopiert. Das schont Ressourcen und schützt die Datenintegrität.
  • Automatisierte Compliance: Durch die Koppelung von Zugriffsberechtigungen und lückenloser Auditierung erfolgt jeder KI-Schritt direkt am „System of Record“.
  • Aufbruch der Daten-Silos: KI-Agenten arbeiten erstmals systemübergreifend und führen Prozesswissen aus SAP, SharePoint und Archiv in Echtzeit zusammen.

Fazit: Die Basis für echte KI-Wertschöpfung

Das Model Context Protocol beendet die Ära veralteter Integrationslogik. Es entsteht eine Architektur, in der Archive nicht repliziert, sondern intelligent erschlossen werden. MCP vereint SAP, SharePoint und digitale Archive erstmals zu einer KI-fähigen, auditierbaren Informationswelt. Dies ist der Grundstein für Agentic AI – KI, die nicht nur chattet, sondern auch komplexe Geschäftsprozesse versteht und unterstützt.
 

Sind Ihre Systeme bereit? Kontaktieren Sie uns für einen MCP-Checkup.

Revisionssicherheit & KI: FAQ zum Model Context Protocol

  • Während REST-APIs für die starre Kommunikation zwischen zwei festen Applikationen entwickelt wurden, ist MCP für die dynamische Interaktion zwischen KI-Modellen und Datenquellen optimiert. MCP standardisiert nicht nur den Datentransport, sondern auch die Beschreibung von Fähigkeiten (Tools) und Datenstrukturen (Resources). So versteht eine KI ohne manuelle Programmierung sofort, wie sie die Schnittstelle nutzen kann.

  • Ja, MCP ist ein offener Standard, der definiert, wie KI Modelle über eine einheitliche Schnittstelle mit externen Systemen, Tools, Datenquellen und Workflows kommunizieren. Für Unternehmen bedeutet das Investitionssicherheit: Jeder verfügbare MCP-Server kann von verschiedenen KI-Clients (z. B. Claude, Microsoft Copilot oder eigenen LLM-Apps) genutzt und in KI-Prozesse eingebunden werden.

  • Nein. MCP fungiert als standardisierter „Wrapper“ für bestehende APIs. Es vereinheitlicht die Art und Weise, wie eine KI diese Schnittstellen anspricht, was die Implementierungszeit für neue KI-Anwendungsfälle massiv verkürzt.

  • Halluzinationen entstehen oft durch fehlenden Kontext. MCP ermöglicht der KI den Echtzeit-Zugriff auf verifizierte Datenquellen (System of Record) wie SAP oder digitale Archive. Durch die Bereitstellung von „Resources“ arbeitet die KI mit exakten Fakten statt nur auf Basis ihres Trainingswissens, was die Antwortqualität und Faktentreue drastisch erhöht.

  • MCP ist ein „Context-on-Demand“-Protokoll. Es werden keine Daten vorab in fremde Clouds repliziert. Der Datenfluss findet nur im Moment der spezifischen Anfrage statt. Bestehende Berechtigungsstrukturen (z. B. in SharePoint oder SAP) werden dabei strikt beachtet und durch den MCP-Server als Gatekeeper kontrolliert.

  • Absolut. Da MCP nur einen reinlesenden Zugriff ermöglicht, bleiben die archivierten Originaldokumente unangetastet. Die für die GoBD-Compliance kritische Unveränderbarkeit bleibt vollständig gewahrt, während die KI lediglich die Metadaten und Inhalte zur Analyse extrahiert. Das Archiv bleibt das unangetastete System of Record. 

  • Ja. Ein MCP-Server kann lokal in Ihrer Infrastruktur gehostet werden. Er fungiert dann als sicheres Gateway zwischen Ihrem lokalen Archiv und einer geprüften KI-Instanz. Sensible Daten verlassen das Unternehmen nur verschlüsselt und kontextbezogen.

  • Generell wird von jedem ECM-Hersteller ein eigener MCP-Server bereitgestellt. Dabei ist MCP darauf ausgelegt, mehrere Datenquellen zu orchestrieren. Ein KI-Agent kann gleichzeitig Verbindungen zu einem SAP-MCP-Server, einem SharePoint-MCP-Server und einem Archiv-MCP-Server halten, um Informationen systemübergreifend zusammenzuführen. Sofern mehrere Archivlösungen im Einsatz sind und über einen MCP-Server verfügen, können diese eingebunden werden.

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Verfasst von

Heiko Rettig-Wenke
Heiko Rettig-Wenke
Experte für ECM & Cloud Consulting

Heiko Rettig-Wenke verfügt als ECM- und Cloud-Consultant über 25 Jahre Erfahrung im Bereich der digitalen Archivierung. Als Solution-Architekt berät er Kunden zum Einsatz diverser Archivierungs- und SAAS-Lösungen und ist dabei mit den beiden Welten SAP und Microsoft 365 vertraut.