Energiemanagement & Anlagenmanagement Stagebild

Energiemanagement und Anlagenmanagement verbinden

Energie sparen durch Systemintegration

Energiemanagement & Anlagenmanagement in Kommunen
13.01.2026
Datenmanagement
Nachhaltigkeit
Security

Kommunale Gebäude bergen hohes Einsparpotenzial. Ein isoliertes Energiemanagement reicht dafür jedoch nicht aus. Erst die Kombination mit Anlagenmanagement macht Energieverbräuche erklärbar, steuerbar und dauerhaft reduzierbar – mit messbaren Effekten für Kosten und CO₂.

Energiemanagement und Anlagenmanagement zusammendenken: Wie Kommunen mit integriertem Energiemanagement 20 % und mehr Energie einsparen können

Kommunale Liegenschaften verfügen über ein erhebliches ungenutztes Effizienzpotenzial. Schulen, Sporthallen, Verwaltungsgebäude und andere öffentliche Einrichtungen weisen häufig deutliche energetische Fehlentwicklungen auf. Erfahrungen aus zahlreichen Kommunen zeigen, dass bereits durch ein strukturiertes kommunales Energiemanagement Einsparungen von über 10 % möglich sind – in vielen Fällen wurden sogar rund 15 % erreicht. Für eine mittelgroße Kommune bedeutet ein professionelles Energiemanagement schnell Einsparungen im sechsstelligen Bereich.

 

Entscheidend ist jedoch, Energiemanagement und Anlagenmanagement nicht isoliert zu betrachten. Eine nachhaltige Reduzierung von Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Betriebskosten entsteht erst dann, wenn Energieverbräuche und technische Anlagen systematisch im Zusammenspiel analysiert und gesteuert werden. Moderne Systeme verbinden daher Energiemanagement-Systeme (EMS) mit Anlagenmanagement bzw. Asset-Performance-Management und schaffen so die Grundlage für einen wirkungsvollen, datenbasierten Betrieb kommunaler Infrastrukturen.

Vom Messwert zum Handlungsimpuls: Warum integriertes Energiemanagement und Anlagenmanagement notwendig sind

Ein klassisches Energiemanagement-System liefert Transparenz über Energieverbräuche, bleibt jedoch häufig bei der reinen Diagnose stehen. Es zeigt Auffälligkeiten, beantwortet aber nicht die zentrale Frage: Warum entstehen diese Verbräuche und wie lassen sie sich vermeiden?

 

Hier setzt das Anlagenmanagement an. Es überwacht Betriebszustände, Effizienzkennzahlen und Störmeldungen technischer Anlagen in Echtzeit. Erst die Kombination aus Energiemanagement und Anlagenmanagement schafft einen geschlossenen, funktionsfähigen Regelkreis:

  • Das System erkennt Abweichungen,
  • ordnet diese technischen Ursachen zu
  • und kann automatisiert Maßnahmen einleiten oder Betreiber gezielt informieren.

Damit wird aus der reinen Energieverbrauchsbeobachtung ein aktives Steuerungsinstrument für den Gebäudebetrieb. Ohne Anlagenbezug sieht man lediglich erhöhten Energieeinsatz; mit integriertem Anlagenmonitoring wird sichtbar, wo und warum Energie ineffizient eingesetzt wird – etwa durch zu hohe Vorlauftemperaturen, fehlerhafte Regelstrategien oder ungeeignete Betriebszeiten.

Anlagenmanagement: aktives Steuerungsinstrument für den Gebäudebetrieb

Was ein integriertes Energie- und Anlagenmanagement leisten muss

  • Echtzeit-Analyse aller relevanten Verbrauchsdaten im Energiemanagement

    Kontinuierliches Monitoring von Strom, Wärme und Wasser bis auf Viertelstundenbasis. Abweichungen werden unmittelbar erkannt, Lastspitzen und Standby-Verluste transparent. Ein digitales Energiemanagement ermöglicht Kommunen, frühzeitig gegenzusteuern statt erst im Jahresabschluss zu reagieren.

  • Anlagenmanagement mit Monitoring & Fehlererkennung (FDD)

    Zentrale Erfassung von Temperaturen, Ventilstellungen, Drücken und Leistungsaufnahmen. Das Anlagenmanagement-System meldet untypische Veränderungen sofort. Beispiel: Ein steigender Strombedarf einer Lüftungsanlage kann auf einen verstopften Filter oder eine Fehlregelung hinweisen. Technisch bedingte Mehrverbräuche werden so frühzeitig begrenzt.

  • ESG-, Energie- und Verbrauchsberichte aus dem Energiemanagement

    Vor dem Hintergrund wachsender Nachweispflichten – etwa gegenüber Stadträten, Fördergebern oder im Rahmen des EnEfG – sorgen integrierte Energiemanagement- und Anlagenmanagement-Plattformen für eine konsistente Dokumentation. Verbrauchskennzahlen, CO₂-Bilanzen und Einsparerfolge sind jederzeit abrufbar.

  • Unterstützung von ISO-50001-Prozessen durch digitales Energiemanagement

    Plan-Do-Check-Act-Zyklen lassen sich systemgestützt abbilden: Zielwerte definieren, Maßnahmen dokumentieren, Monitoring automatisieren, Abweichungen bewerten und Optimierungen ableiten. Energiemanagement und Anlagenmanagement bilden gemeinsam die operative Basis für Zertifizierungen und interne Steuerungsmodelle.


Im Ergebnis entsteht ein durchgängiger Prozess:
Energieverbrauch erfassen → Abweichungen erkennen → Ursachen identifizieren → Maßnahmen umsetzen → Einsparerfolg überprüfen.

Ausblick: Integriertes Energiemanagement als pragmatischer Hebel für kommunale Nachhaltigkeitsziele

Kommunen stehen vor der Aufgabe, steigende Energiekosten, Klimaschutzanforderungen und knappe Haushaltsmittel miteinander zu vereinbaren. Ein integriertes Energie- und Anlagenmanagement bietet hierfür einen realistischen und wirkungsvollen Ansatz:

  1. kurze Amortisationszeiten,

  2. nachweisbare CO₂-Reduktion,

  3. erfüllbare regulatorische Vorgaben,

  4. belastbare Entscheidungsgrundlagen aus dem Energiemanagement.

Cloudbasierte Energiemanagement- und Anlagenmanagement-Lösungen (SaaS) erleichtern zusätzlich die Umsetzung: Sie kommen ohne umfangreiche lokale IT-Infrastruktur aus, sind skalierbar und lassen sich flexibel in bestehende Systeme integrieren. Offene Schnittstellen ermöglichen die Anbindung an Gebäudeleittechnik, Sensorik oder kommunale Abrechnungssysteme.

Zugleich stärken Kommunen mit einem integrierten Ansatz ihre organisatorischen Strukturen: Verantwortlichkeiten werden klarer, Prozesse transparenter, Effizienzsteigerungen messbar. Fördermittel lassen sich besser erschließen, da Energiemanagement und Monitoring zunehmend Voraussetzung für Förderbewilligungen sind.

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Fazit: Energiemanagement und Anlagenmanagement als operative Einheit

Für kommunale Entscheidungsträger gibt es zahlreiche Gründe, jetzt auf ein kombiniertes Energiemanagement und Anlagenmanagement zu setzen. Die Technologien sind erprobt, Projekte liefern belastbare Ergebnisse, und Einsparungen zwischen 10 und 20 % gelten als realistisch – häufig auch darüber hinaus (nicht verifiziert, da abhängig von Ausgangszustand und Umsetzungsgrad).

 

Der bewährte Grundsatz lautet daher auch im kommunalen Energiemanagement: Mehr Pragmatismus wagen. Lösungen einsetzen, die funktionieren, nachjustieren, wo nötig, und so den Weg zu einem ressourcenschonenden, wirtschaftlichen und resilienten Gebäudebetrieb ebnen.

 

Ein integriertes Energiemanagement und Anlagenmanagement schafft die operative Datengrundlage für fundierte Entscheidungen. Mit green.screen, der cloudbasierten Software für strategisches Nachhaltigkeitsmanagement von Arvato Systems, lassen sich diese Energie- und Betriebsdaten zentral erfassen, auswerten und für Reporting- und Nachweispflichten nutzen. So werden operative Verbrauchsdaten systematisch in übergeordnete Nachhaltigkeits- und Steuerungsprozesse überführt.

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Verfasst von

Foto-Stefan Wieberneit
Stefan Wieberneit
Experte für Nachhaltigkeit & Energiemanagement

Stefan Wieberneit ist Head of Business Development Utility bei Arvato Systems. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Energie‑ und Versorgungswirtschaft gestaltet er digitale Innovationen für die Branche. Er bringt fundierte Expertise in IT‑Produktentwicklung, Smart Metering und ESG-Management mit.

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